Mittwoch, 23. Juli 2014


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KLINGSPOR AG
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Das Schleifen von Edelstählen

Einleitung
Edelstähle finden aufgrund ihrer Vorzugseigenschaften, wie zum Beispiel der Korrosionsbeständigkeit, vielfältigen Einsatz. Die richtige Werkstoffauswahl für den vorgesehenen Einsatzzweck ist natürlich Grundvoraussetzung für ein zufriedenstellendes Ergebnis. Aber auch die richtige Oberflächenausführung dient der Aufrechterhaltung der Vorzugseigenschaften.
Aus diesem Grund und aus optischen Gesichtspunkten werden viele Bauteile aus Edelstahl am Ende des Berarbeitungsprozesses geschliffen. In Bezug auf die Korrosionsbeständigkeit gilt, je feiner die Oberfläche, desto höher die Beständigkeit gegen Korrosion.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein und was ist beim Schleifen zu beachten, um ein zufriedenstellendes Endergebnis zu erzielen?

Voraussetzungen
Die werksseitige Oberflächenausführung, d.h. das gewalzte, gebeizte und/oder nachmals wärmebehandelte Material, sollte so gewählt werden, dass die Ausgangsoberfläche der später gewünschten Oberfläche möglichst nahe entspricht.
Für die Korrosionsbeständigkeit ist im Vorfeld der Bearbeitung zu beachten, dass das Material richtig gelagert und transportiert wird. Dies bedeutet im Wesentlichen:

  • Vermeiden Sie jeden Kontakt mit anderen Stählen (Stahlbürsten, Drahtseile), dazu gehört auch die getrennte Lagerung von Walzstahl.
  • Vermeiden Sie Oberflächen- und Kantenbeschädigungen, sowie Scheuerstellen.
  • Lagern Sie das Material nicht in Bearbeitungsbereichen.


Schleifen 

Es gibt eine Vielzahl von Parametern, die Auswirkungen auf die Rauhigkeit und die Optik der geschliffenen Oberfläche haben:

  • Die Schleifmaschine mit den jeweiligen Kontaktelementen und Bearbeitungsparametern (Schnitt- und Vorschubgeschwindigkeiten)
  • Der Einsatz von Schleifhilfsstoffen (Öle und Emulsionen)
  • Die Qualität des Schleifmittels

Aufgrund dieser vom Schleifprozess vorgegebenen Randbedingungen kann keine pauschale Aussage über den Zusammenhang von erzielter Oberfläche und eingesetztem Schleifmittel gemacht werden. Um Missverständnissen bei der Vereinbarung von gewünschten Oberflächen vorzubeugen, sollten Grenzmuster und Rauhigkeitswerte (Ra) im Vorfeld der Bearbeitung festgelegt werden.

Schleifen und Korrosion
Unabhängig vom verwendeten Edelstahl, und damit von der Beständigkeit des Werkstücks, sollten unbedingt die im Folgenden aufgeführten Maßnahmen beim Schleifen von nichtrostendem Stahl beachtet werden:

  • Schleifwerkzeuge nie auf Normalstahl und anschl. auf Edelstahl einsetzen!
  • Schleifstäube unbedingt von allen Flächen gründlich entfernen!
  • Edelstahloberflächen nie mit glühenden Funkenfontänen besprühen!
  • Die Bearbeitungstemperaturen müssen so niedrig sein, dass es nicht zu einer Bildung von Chromcarbiden und damit zu interkristalliner Korrosion kommt. Sollte das Material anlaufen, ist unbedingt eine Nacharbeit erforderlich!

Nur so kann sichergestellt werden, dass sich die Passivschicht in den bearbeiteten Bereichen neu ausbildet und die anderen Flächen nicht durch Lochkorrosion oder interkristalline Korrosion (siehe ’Kann nichtrostender Stahl rosten?’) beschädigt werden.


 

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