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Europäischer Hersteller von Premium-Diamanttrennscheiben

Klingspor investiert in seinem Werk in der Ukraine in eine hochmoderne Produktionsanlage

Klingspor, der deutsche Hersteller von Schleifmitteln auf Unterlage und Schleifkörpern aus gebundenem Schleifmittel, investiert in seinem Werk in der Ukraine in eine hochmoderne Produktionsanlage, um auch den Markt für Diamanttrennscheiben zu bedienen. Diese leicht umdimensionierbare Anlage soll den Hersteller bei seinem geplanten weltweiten Wachstum unterstützen.

Klingspor stellt seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Schleifmittel her und ist in dieser Industrie heute ein globaler Anbieter, der mit zwölf Produktionsstandorten und 2.700 Mitarbeitern einen Umsatz von über 260 Mio. Euro erreicht. Die Unternehmensgruppe genießt für ihr Produktsortiment aus Schleifmitteln auf Unterlage und Schleifkörpern aus gebundenem Schleifmittel einen hervorragenden Ruf, war jedoch im Diamantbereich bislang mit einem kleinen Sortiment, das von Partnern bezogen wurde, praktisch nicht vertreten.

Seit dem 1. Mai 2015 hat sich diese Situation mit der Einführung der ersten Serie von Diamantprodukten, die das deutsche Unternehmen selbst entwickelt hat und produziert, wesentlich geändert. Hierzu hat Klingspor in eine neue, äußerst leistungsfähige Anlage in seinem Werk im ukrainischen Velyki Mosty, 50 km nördlich von Lviv in der Nähe der polnischen Grenze, investiert.

Selbst herstellen oder ganz sein lassen

Die Klingspor-Gruppe verfolgt seit jeher eine stark industriell orientierte Strategie. Die Produktion liegt ihr sozusagen im Blut und das angebotene Produktsortiment besteht nahezu ausschließlich aus Artikeln, die im eigenen Haus produziert werden. Diamanttrennscheiben, eine Produktlinie, die nur 3% des Umsatzes ausmacht, hatten eine besondere Position, und so kam schließlich die Frage auf, ob das Unternehmen in eigene Produktionseinrichtungen investieren sollte. Vor drei Jahren wurde die Entscheidung getroffen, in den Markt für Diamanttrennscheiben zu expandieren, und seither bereitet sich das Unternehmen darauf vor, im Weltmarkt zu einem der führenden Anbieter zu werden.

Die ersten drei Schritte sind nun getan, und die nächsten Schritte stehen bereits im Businessplan, um das Wachstum dieses Bereichs zu begleiten.

Entwicklung in Deutschland, Produktion in der Ukraine

Der erste Abschnitt des Werks in Velyki Mosty wurde 2010 errichtet, um Schleifmops zu produzieren. Das sind Schleifmittel, die in sehr viel Handarbeit hergestellt werden, wodurch sich eine Produktion in der Ukraine besonders anbot. Da das Werk noch Kapazität frei hatte und in der Region um Lviv qualifizierte Arbeitskräfte verfügbar sind, wurde 2012 entschieden, die Diamanttechnik der Gruppe nach dort in eine Einheit zu verlagern, die ausschließlich die Produktion übernimmt.

Mit diesem Ziel hat die Klingspor-Gruppe 2012 die Erweiterung ihres Werks in Velyki Mosty, das 2010 zur Herstellung von Schleifmops errichtet worden war, durch eine zweite Produktionseinrichtung speziell für Diamanttechnik auf einem Grundstück von 100.000 m² beschlossen. Im folgenden Jahr trafen die ersten Maschinen ein, weitere folgten 2014. Auch diese Maschinen waren ausschließlich für die Produktion der ersten Diamanttrennscheiben bestimmt. Am 1. Mai 2015 wurde schließlich das neue Klingspor-Programm segmentierter Diamanttrennscheiben mit der Serie 300 Extra für den unteren Bereich, 600 Supra mit einem besonders hohen Preis/Leistungsverhältnis und 900 Special für höchste Anforderungen und intensive Beanspruchung vorgestellt.

Wolf-Dietrich Pflaumbaum, bei Klingspor verantwortlich für das Diamant-Projekt, sagte hierzu: „Dies ist ein langfristiges Projekt, das Klingspor schließlich weltweit zu einem der großen Namen bei Diamanttrennscheiben machen wird.“  Der weitere Ausbau der Anlage in dieser Richtung, mit mehreren aufeinander folgenden Investitionsphasen zur Infrastruktur, der Beschaffung von Maschinen und der Schulung der Mitarbeiter, ist bereits geplant.

Die Klingspor Forschungs- und Entwicklungsabteilung mit einer eigenen Produktionsanlage für Diamanttechnik befindet sich in Haiger, Deutschland. Dort sind auch ukrainische Mitarbeiter tätig, um den Austausch mit dem Werk in Velyki Mosty zu erleichtern. Die gesamte Entwicklung erfolgt in Deutschland. Sobald die Produkte zertifiziert sind, startet die Serienproduktion in der Ukraine, wo während und nach der Produktion zusätzliche Prüfungen durchgeführt werden. Darüber hinaus werden, entsprechend diesem Konzept, alle Komponenten in Deutschland getestet, bevor sie zur Produktion in der Ukraine eingesetzt werden.

Wettbewerbsfähiges Werk in Europa

Hinsichtlich der Organisation arbeitet das Werk in Velyki Mosty nach den Prinzipien, die für alle Produktionsstandorte von Diamanttrennscheiben gelten, wobei die einzelnen Phasen jedoch entsprechend den örtlichen Gegebenheiten optimiert sind. So ist dank der Personalkosten in der Ukraine eine nur teilweise Automatisierung gegenüber einer völligen Automatisierung vorteilhafter. Gleichzeitig beinhaltet der Prozess modernste Produktionsmaschinen zur Herstellung von Hochleistungstrennscheiben zu wettbewerbsfähigen Preisen unter ständiger Beachtung der umfassenden Sicherheit des fertigen Produkts. So werden alle Segmente laserverschweißt. Die Produktion erfolgt in einer für die Mitarbeiter angenehmen Arbeitsumgebung. Es werden keine Schadstoffe freigesetzt, die Klimatisierung arbeitet mit stündlichem Luftaustausch usw.

Die Diamanttrennscheiben werden zweimal wöchentlich nach Deutschland verschickt, wo im ersten Halbjahr 2016 eine neue Logistikplattform eröffnet wird. Ein geringer Anteil geht nach Polen und ein weiterer Anteil ist für den inländischen ukrainischen Markt bestimmt.

Dreistufige Produktlinie

Die von Klingspor hergestellte Produktlinie reicht von 100 bis 500 mm Durchmesser mit drei Qualitätsstufen, in aufsteigender Reihenfolge: 300 Extra, 600 Supra und 900 Special. Die Produktlinie ist in verschiedene Serien unterteilt, die farblich gekennzeichnet sind: Asphalt (schwarz), Fliesen (grün), feuerfeste Ziegel (blau), Beton (rot) und Universal (weiß).

Die verschiedenen Zusammensetzungen, Bindemittelmischungen und Diamanten (mit und ohne Titanbeschichtung) sowie die Geometrien werden im Forschungs- und Entwicklungslabor von Klingspor markenspezifisch entwickelt und erlauben eine sehr hohe Leistung. „Es gibt keine Modelle, sondern das Know-how, das die Markte hatte, als wir die Herausforderung der Diamanttechnik angenommen haben, und Experimente“, erinnert sich Wolf-Dietrich Pflaumbaum, der am Beispiel der Universaltrennscheibe DT 600 U hinzufügt:

„Wir wollen besser als andere Marken sein. Bei dieser Trennscheibe z.B. bieten wir das Optimum dessen, was ein Kunde bei den Eigenschaften, der Lebensdauer und der Schneidegeschwindigkeit erwarten kann.“ Dieses Streben nach Qualität steht im direkten Zusammenhang mit der Entschlossenheit der Marke, sich im internationalen Markt für Premium-Diamanttrennscheiben zu etablieren. Der Ansatz von Klingspor sieht so aus, dass wir nur oSa-zertifizierte, lasergeschweißte Diamanttrennscheiben hoher Qualität zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten wollen. „Wir positionieren uns direkt unterhalb des Marktpreises der großen Anbieter mit einer bewährten überlegenen Qualität.“ Darüber hinaus unterscheidet sich diese in Europa produzierte Produktlinie von den zahlreichen asiatischen Produkten, die auf unserem Kontinent vermarktet werden, insbesondere durch die Produktverfügbarkeit und ihre Effizienz.

Marketing-Support

Parallel leistet Klingspor den gesamten erforderlichen Support mit technischer Beratung und Schulungsangeboten, Besichtigungen, personalisierten Sonderangeboten mit einer Mischung aus Schleifmitteln und Diamant sowie Angeboten speziell für Diamant.

Klingspor verfügt außerdem über ein effektives Marketing, in dem die Diamanttechnik künftig umfassend integriert sein wird. So entwickelt die Marke Selbstbedienungspräsentationen (1 bis 8 m) mit entsprechender Diamant-Kennzeichnung für den Distributor, in denen die 20/80-Produktlinie präsentiert wird, die einen direkten Einstieg in die Marke ermöglichen und im Verkaufsraum nur einen minimalen Platzbedarf hat.

Für die erste von Klingspor entwickelte und produzierte Serie von Diamantprodukten hat das deutsche Unternehmen in eine äußerst leistungsfähige Anlage in seinem Werk im ukrainischen Velyki Mosty, 50 km nördlich von Lviv in der Nähe der polnischen Grenze, investiert.

Die Universaltrennscheibe DT 600 U (Supra-Serie) mit geraden Segmenten bietet einen ausgezeichneten Kompromiss zwischen Aggressivität und langer Lebensdauer zum attraktiven Preis. Sie ist in Durchmessern von 100 mm bis 230 mm lieferbar.

Die Trennscheibe DT 900 B (Special-Serie) mit titanbeschichteten Diamanten eignet sich besonders zum Schneiden von Beton, altem Beton und Stahlbeton bei hoher Beanspruchung. Sie ist in Durchmessern von 115 mm bis 230 mm lieferbar.

Die Granit-Trennscheibe DT 600 (Supra-Serie) mit geraden Segmenten wird zum Schneiden harter Steinsorten, z.B. Granit, und von Verbundmaterialien wie Terrazzo empfohlen. Sie ist in Durchmessern von 115 mm bis 230 mm lieferbar.

Die Universaltrennscheibe DT 900 UD (Special-Serie) mit Turbosegmenten und titanbeschichteten Diamanten zeichnet sich durch eine äußerst hohe Leistung in zahlreichen Werkstoffen, von Stahlbeton bis zu Kalksandsteinziegeln, aus. Sie hat außerdem ein geräuscharmes Detenso-Blatt.

Das Werk Velyki Mosty hat eine Fläche von 5.760 m², darunter eine Halle von 1.440 m² für die Diamantprodukte. Es beschäftigt 150 Mitarbeiter, davon ein Drittel in der Produktion von Diamanttrennscheiben – zurzeit in zwei Teams, wobei für die Zukunft ein drittes Team geplant ist. Wie Wolf-Dietrich Pflaumbaum, leitender Mitarbeiter bei Klingspor, betonte: „Die Leute sind äußerst loyal und an unserem Projekt sehr interessiert. Sie haben Ideen, und das tut diesem Projekt sehr gut.“

Die Rohstoffe (Diamanten) werden in einem Raum gelagert, dessen Zugang biometrisch gesichert ist (Fingerabdruckleser). Die Produktion beginnt mit dem Mischen von Diamanten und Bindemittel, um ein Granulat mit genau definierten Abmessungen, Gewichten und Formen zu erhalten. In der folgenden Phase ermöglicht es dieses Wissen, die Segmente präzise vorzubereiten und das Kaltpressen zu berechnen, das erforderlich ist, um ein homogenes Ergebnis zu erreichen – ein gutes Granulat ergibt ein perfektes Segment. Mischung und Granulierung erfolgen in einer kontrollierten Atmosphäre mit präziser gesteuerter Luftfeuchtigkeit, wobei die Luftfeuchtigkeit immer unter 50% bleiben muss. Klingspor hat zwei Maschinen für Granulatgewichte bis 20 kg.

Die Segmente werden durch Kaltpressen in Maschinen geformt, die gleichzeitig sechs Segmente liefern. So werden in einer Acht-Stunden-Schicht 20.000 Segmente produziert. Zum Vergleich: konventionelle Maschinen erreichen 6.500 Segmente. Mit dieser Maschine können Segment und Öse sehr präzise geformt werden. Diese Elemente werden anschließend mit dem Stahlkern verschweißt oder nochmals verschweißt, um drei Härten verschiedener Binder im selben Segment zu kombinieren und die Leistung für bestimmte spezifische Anwendungen zu optimieren.

Die Segmente werden per Laser auf den vorher entfetteten Stahlkern aufgeschweißt. Nach dem Verschweißen in diesen Maschinen, die mit einer Toleranz von 1/100 Millimeter die fortschrittlichsten auf der Welt sind, wird die gesamte Schweißverbindung geprüft. Alle Segmente werden am ersten Blatt einer Serie mit 200% der DIN-Spezifikation destruktiv getestet. Bei den weiteren Blättern erfolgt ein Test zur Einhaltung der DIN-Spezifikation.

Die Segmente werden im Bereich der Öse entgratet, um die präzise Form des Radius sowie die präzise Höhe des Teils zu gewährleisten.

Damit ist der Herstellungsprozess für die Diamanttrennscheibe fast abgeschlossen. Die großen Scheiben mit einem Durchmesser über 300 mm werden ausgewuchtet. Die Segmente werden bei den Scheiben mit kleinem Durchmesser automatisch und bei den großen Durchmessern halbautomatisch geschärft. Die Scheibe wird poliert und für ein besseres Aussehen lackiert. Schließlich werden alle Informationen zur Scheibe, z.B. die Chargennummer, im Mittelteil der Scheibe eingraviert und mit einem Fünf-Farb-Druck aufgebracht, der das herkömmliche Papieretikett ersetzt. Nach diesen abschließenden Arbeitsgängen werden weitere Stichproben getestet. Diese Stichprobenprüfungen dienen zur Qualitätssicherung der Scheibe. Getestet wird auf Geometrie- oder Sicherheitsprobleme, die bis dahin noch nicht entdeckt worden sind.

Klingspor verfügt über Testeinrichtungen, die das Innere sowie das Äußere der Diamanttrennscheiben testen, um die Leistung der Scheiben sowie der Scheiben von Mitbewerbern (Geschwindigkeit, Verschleiß über x Schnitte, Regenerierung des Diamanten usw.) zu ermitteln. Insbesondere verfügt Klingspor über einen Testbereich mit verschiedenen Oberflächen: Stahlbeton mit 16 mm Durchmesser, Stahlbeton mit 12 mm Durchmesser, Stahlbeton mit 6 mm Durchmesser und Asphalt. In diesem Testbereich ist eine Motorkettensäge auf einem Wagen zum Schneiden von Asphalt mit einer Trennscheibe DT 602 A mit 350 mm Durchmesser ausgestattet. Die gleiche Maschine zum Schneiden von Betonkanten ist mit einer Scheibe DT 600 U mit 350 mm Durchmesser ausgerüstet.

Im Werk Velyki Mosty werden außerdem bereits seit 2010 Schleifmops produziert. Die tägliche Produktion beträgt rund 15.000 Schleifmops, und der Prozess sieht wie folgt aus. Im ersten Schritt werden die beschichteten Schleifbänder in Stücke geschnitten und in Kreisprofilen angeordnet. Anschließend fließt das Harz in die Mitte, die außerdem noch die Welle aufnimmt. Das Werk walzt außerdem die Velour-Rückseitenbeschichtung auf den Jumbo (eine große Rolle eines beschichteten Schleifprodukts) auf.

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Das Unternehmen
Seit über 100 Jahren setzt Klingspor weltweit Standards in der Schleiftechnologie. In den Fabrikationsstätten des Unternehmens werden über 50.000 Artikel für die unterschiedlichsten Schleifanwendungen gefertigt – unter anderem aus den Produktgruppen Schleifmittel auf Unterlage, Trennschei­ben, Schruppscheiben, Schleifmopteller, Schleifmopräder und Diamantwerkzeuge. Die 36 über den gesamten Globus verteilten Fertigungs- und Vertriebsstandorte mit insgesamt über 2.700 Mitarbeitern ermöglichen eine flexible Anpassung an die Bedürfnisse  der regionalen Märkte. Für die weltweite Beratungsleistung sorgen mehr als 300 Außendienstmitarbeiter, Ingenieure und hochqualifizierte Techniker.

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